Fritz Winter

geb. 22.09.1905 in Altenbögge/Westfalen, Deutschland
gest. 01.10.1976 in Herrsching am Ammersee, Deutschland

Deutscher Maler, Abstrakte Malerei

Über den Künstler

Fritz Winter wurde am 22. September 1905 in Altenbögge, Deutschland, geboren. Im Alter von vierzehn Jahren besuchte er tagsüber die Schule und arbeitete abends in einer Kohlengrube. Mit 19 Jahren begann er zu malen und zu zeichnen, und nach einer Reise nach Holland sah er die Werke von Vincent van Gogh. Sein Kunstlehrer, der von seinen Arbeiten beeindruckt war, riet ihm, sich an einer Kunstschule weiterzubilden.
Er erhielt eine von Paul Klee unterzeichnete Aufnahmebestätigung für das Wintersemester des Grundstudiums an der Kunstschule. Während er an der Schule unter Kandinsky studierte, verdiente er seinen Lebensunterhalt mit dem Malen von Fliesen. Nachdem er 1928 in einer Bühnenabteilung von Paul Klee gearbeitet hatte, erhielt er ein Stipendium der Stadt Dessau.
Winter lehnte die Ideale des Bauhauses ab und verfolgte seinen eigenen Ansatz der abstrakten Kunst. 1930 unterbrach er sein Studium und arbeitete in Gabos Atelier in Berlin, wo er auch seine erste Einzelausstellung in der Galerie Buchholz hatte.
Wie viele andere Künstler bis zum und während des Krieges erhielt auch Winter Mal- und Ausstellungsverbot. Einige seiner Werke wurden aus den Museen entfernt und zerstört. 1939 wurde er zur Armee einberufen und zunächst in Polen und dann gegen die Sowjetunion in den Kampf geschickt. Während seiner Zeit in den Schützengräben fertigte er Feldskizzen an. Er war vier Jahre lang Kriegsgefangener in Sibirien, und die Skizzen, die er während dieser Zeit anfertigte, vernichtete er aus Angst, nach seiner Entlassung als Spion wieder gefasst zu werden.
Als Pionier der Abstraktion in Europa gründete er die Künstlergruppe ZEN 49, die sich im Juli 1949 in der Galerie “Otto Stangl” in München in Anlehnung an die neue Weltgeneration des Blauen Reiters zusammenfand. 1953 heiratete er seine langjährige Lebensgefährtin Margarete Schreiber-Rüffer und war im selben Jahr Gastdozent an der Landeskunstschule Hamburg. Im Jahr 1955 erhielt er eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Kassel. 1958 starb seine Frau und 1959 war er aufgrund seiner Kriegsverletzungen sehr krank. Im selben Jahr heiratete er die Tochter seiner verstorbenen Frau aus deren erster Ehe. 1961 stellte er den Bau seines Ateliers auf dem Gelände seines Hauses in Dießen fertig und verbrachte dort einen Großteil seiner Zeit abseits der Familie. Als er 60 Jahre alt wurde, wurde er mit Ausstellungen in ganz Deutschland als einer der besten Künstler der Nachkriegszeit geehrt. Die letzten Jahre verbrachte er abseits des öffentlichen Interesses in seinem Haus in Dießen.
Fritz Winter starb am 1. Oktober 1976 in Herrsching am Ammersee.